Laufleistung von Ganzjahresreifen
Die Laufleistung von Ganzjahresreifen liegt je nach Reifenmodell, Fahrzeug, Fahrweise und Einsatzbedingungen häufig zwischen etwa 30.000 und 60.000 Kilometern. Besonders langlebige Modelle können diese Werte teilweise übertreffen, während stark beanspruchte oder weniger verschleißfeste Reifen schon deutlich früher ersetzt werden müssen. Als grobe Orientierung können Sie mit folgenden Werten rechnen:
| Preissegment | Erwartete Laufleistung | Nutzungsdauer bei Vielfahrern* | Durchschnittliche Nutzungsdauer** | Nutzungsdauer bei Wenigfahrern*** |
|---|---|---|---|---|
| Premiumreifen | ca. 40.000 - 60.000 km und mehr | ca. 2-3 Jahre | ca. 3-5 Jahre | ca. 5-8 Jahre |
| Mittelklassereifen | ca. 35.000 - 50.000 km | ca. 2-2,5 Jahre | ca. 3-4 Jahre | ca. 5-7 Jahre |
| Budget-Reifen | ca. 25.000 - 40.000 km | ca. 1-2 Jahre | ca. 2-3 Jahre | ca. 3-5 Jahre |
*Beispielrechnung bei rund 20.000 km Jahresfahrleistung. **Beispielrechnung bei rund 12.500 km Jahresfahrleistung. ***Beispielrechnung bei rund 7.500 km Jahresfahrleistung.
Wichtig: Diese Werte sind lediglich ungefähre Orientierungswerte. Aus dem Preis eines Reifens allein lässt sich seine tatsächliche Lebensdauer nicht zuverlässig ableiten. Ein günstiger Reifen kann im Einzelfall eine hohe Laufleistung erreichen, während ein teurer Premiumreifen beispielsweise zugunsten besonders guter Nass-, Schnee- oder Handling-Eigenschaften schneller verschleißen kann. Entscheidend sind deshalb immer das konkrete Reifenmodell und unabhängige Testergebnisse. Auch die theoretisch mögliche Kilometerleistung ist nicht automatisch gleichbedeutend mit der tatsächlich sinnvollen Nutzungsdauer. Profilzustand, Alter, Beschädigungen und die Fahreigenschaften des Reifens müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Welcher Ganzjahresreifen hat die höchste Laufleistung?
Welcher Ganzjahresreifen die höchste Laufleistung erreicht, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Testergebnisse gelten immer für die geprüfte Reifendimension und die jeweiligen Testbedingungen. Zudem kann ein Reifen bei der Laufleistung hervorragend abschneiden, ohne gleichzeitig der beste Reifen bei Nässe, Schnee oder auf trockener Straße zu sein.
Diese Werte hatten getestete Ganzjahresreifen in der Dimension 185/65 R15 im Jahr 2026 beim ADAC:

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Haben Ganzjahresreifen einen höheren Verschleiß?
Ganzjahresreifen können unter bestimmten Bedingungen stärker verschleißen als saisonal eingesetzte Sommer- und Winterreifen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jeder Ganzjahresreifen eine geringe Lebensdauer besitzt. Der wichtigste Unterschied liegt im Einsatzzeitraum: Ein Ganzjahresreifen bleibt grundsätzlich zwölf Monate am Fahrzeug. Während bei einem saisonalen Reifensatz die Jahresfahrleistung auf Sommer- und Winterreifen verteilt wird, muss ein Ganzjahresreifen die gesamte Kilometerleistung bewältigen. Fahren Sie beispielsweise 15.000 Kilometer pro Jahr, legt ein Satz Ganzjahresreifen im Regelfall nahezu diese kompletten 15.000 Kilometer zurück. Bei getrennten Sommer- und Winterreifen verteilt sich die Strecke dagegen auf zwei Reifensätze.
Die Laufleistung von Ganzjahresreifen erhöhen
Die tatsächliche Lebensdauer eines Reifens hängt nicht nur von seiner Konstruktion ab. Mit diesen sechs Maßnahmen können Sie selbst erheblich dazu beitragen, den Reifenverschleiß zu reduzieren:
1. Reifenfülldruck regelmäßig kontrollieren
Ein korrekter Reifenfülldruck gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für eine hohe Laufleistung. Ist der Luftdruck zu niedrig, verformt sich der Reifen während der Fahrt stärker. Dadurch nimmt der Rollwiderstand zu und insbesondere die äußeren Bereiche der Lauffläche können schneller verschleißen. Zusätzlich kann sich der Reifen stärker erwärmen. Auch ein deutlich zu hoher Reifenfülldruck ist nicht empfehlenswert. Dadurch kann sich die Aufstandsfläche des Reifens verändern und das Profil ungleichmäßig verschleißen. Orientieren Sie sich deshalb immer an den Angaben des Fahrzeugherstellers. Kontrollieren Sie den Reifenfülldruck regelmäßig und möglichst bei kalten Reifen. Auch das Reifendruckkontrollsystem ersetzt eine gelegentliche manuelle Überprüfung nicht vollständig. Je nach Fahrzeug finden Sie die empfohlenen Werte beispielsweise:
- auf einem Aufkleber im Türrahmen,
- an der B-Säule,
- auf beziehungsweise hinter der Tankklappe oder
- in der Betriebsanleitung.
Bild © 2024 nestudio99/Shutterstock
2. Reifenfülldruck an hohe Beladung anpassen
Wer mit voll besetztem Fahrzeug, viel Gepäck, Dachbox oder Anhänger unterwegs ist, sollte besonders auf den vorgesehenen Reifenfülldruck achten. Fahrzeughersteller geben für hohe Beladung häufig einen höheren Reifendruck vor. Auch der ADAC empfiehlt, den Luftdruck bei schwerer Beladung entsprechend den Herstellerangaben anzupassen. Ein falsch eingestellter Luftdruck kann bei hoher Last nicht nur den Verschleiß erhöhen, sondern auch Fahrverhalten und Temperaturentwicklung der Reifen negativ beeinflussen.
3. Unnötige Dauerbeladung vermeiden
Zusätzliches Gewicht erhöht die Belastung der Reifen. Wer dauerhaft schwere Gegenstände im Kofferraum transportiert, obwohl sie nicht benötigt werden, beansprucht die Reifen deshalb stärker als nötig. Ein einzelner leichter Gegenstand wird die Reifenlebensdauer selbstverständlich kaum messbar verändern. Bei dauerhaft hoher Zuladung oder häufig vollständig beladenem Fahrzeug kann sich die zusätzliche Belastung jedoch bemerkbar machen.
4. Vorausschauend und gleichmäßig fahren
Der Fahrstil hat erheblichen Einfluss auf die Laufleistung von Allwetterreifen. Besonders verschleißfördernd sind:
- starkes Beschleunigen,
- häufiges abruptes Bremsen,
- hohe Kurvengeschwindigkeiten,
- starkes Anfahren mit durchdrehenden Rädern und
- dauerhaft sehr hohe Geschwindigkeiten.
Fahren Sie dagegen vorausschauend, beschleunigen Sie gleichmäßig und reduzieren Sie die Geschwindigkeit frühzeitig, werden Lauffläche und Profilblöcke weniger stark belastet. Gerade schwere und leistungsstarke Fahrzeuge können bei sportlicher Fahrweise einen deutlich höheren Reifenverschleiß verursachen.
5. Achsgeometrie und Spur kontrollieren lassen
Ein ungewöhnlich schneller oder einseitiger Profilverschleiß deutet nicht zwangsläufig auf einen schlechten Reifen hin. Auch eine fehlerhafte Achsgeometrie kann verantwortlich sein. Ist beispielsweise die Spur verstellt, läuft der Reifen während der Fahrt permanent leicht schräg zur eigentlichen Fahrtrichtung. Dadurch wird die Lauffläche kontinuierlich stärker abgerieben.
Eine Achsvermessung ist insbesondere sinnvoll, wenn:
- das Profil innen oder außen deutlich stärker abgefahren ist,
- das Lenkrad bei Geradeausfahrt schief steht,
- das Fahrzeug auffällig zu einer Seite zieht,
- Fahrwerksteile repariert oder ersetzt wurden oder
- Sie stärker gegen einen Bordstein beziehungsweise durch ein Schlagloch gefahren sind.
Je früher eine Fehlstellung erkannt wird, desto geringer ist das Risiko, dass ein noch relativ neuer Reifensatz vorzeitig verschleißt.
6. Reifen bei einer Demontage richtig lagern
Ganzjahresreifen werden normalerweise dauerhaft am Fahrzeug gefahren. Werden sie dennoch zeitweise demontiert – beispielsweise bei längerer Stilllegung, einem Fahrzeugwechsel oder weil zeitweise ein anderer Radsatz verwendet wird –, sollten sie fachgerecht gelagert werden. Ideal ist ein trockener, kühler, dunkler und gut belüfteter Lagerplatz. Direkte Sonneneinstrahlung, starke Hitze und Ozonquellen können die Reifenalterung begünstigen. Kompletträder können beispielsweise liegend beziehungsweise auf einem geeigneten Felgenbaum gelagert werden. Reifen ohne Felgen werden üblicherweise stehend aufbewahrt und gelegentlich gedreht. Wichtig ist außerdem, die Reifen vor Öl, Kraftstoff, Lösungsmitteln und anderen aggressiven Chemikalien zu schützen.
Wann müssen Ganzjahresreifen gewechselt werden?
Ganzjahresreifen müssen nicht ausschließlich aufgrund ihrer gefahrenen Kilometer ersetzt werden. Entscheidend ist ihr tatsächlicher Zustand. Für Pkw-Reifen gilt in Deutschland eine gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Diese Grenze gilt auch für Ganzjahresreifen. Diese gesetzliche Grenze sollte allerdings nicht als Zielwert verstanden werden. Mit abnehmender Profiltiefe verschlechtern sich insbesondere die Reserven auf nasser, verschneiter oder matschiger Fahrbahn. Der ADAC empfiehlt deshalb bei Winter- und Ganzjahresreifen aus Sicherheitsgründen mindestens 4 Millimeter Restprofil.
Auch wenig gefahrene Ganzjahresreifen halten nicht unbegrenzt. Gummi altert durch Sauerstoff, Wärme, UV-Strahlung und weitere Umwelteinflüsse. Das Herstellungsdatum erkennen Sie anhand der DOT-Kennzeichnung auf der Reifenflanke. Die letzten vier Ziffern stehen für Produktionswoche und Produktionsjahr. Die Kennzeichnung „0125“ würde beispielsweise bedeuten, dass der Reifen in der ersten Kalenderwoche des Jahres 2025 produziert wurde. Bei älteren Reifen sollte ihr Zustand deshalb besonders sorgfältig überprüft werden – selbst dann, wenn noch vergleichsweise viel Profil vorhanden ist.
Ganzjahresreifen mit hoher Laufleistung kaufen
Eine hohe Laufleistung von Ganzjahresreifen kann die Kosten pro gefahrenem Kilometer reduzieren und sorgt dafür, dass Sie Ihren Reifensatz seltener ersetzen müssen. Kaufen Sie Ihre Ganzjahresreifen mit hoher prognostizierter Laufleistung versandkostenfrei und lassen Sie sie bequem zu Ihnen nach Hause oder direkt zu einer Werkstatt liefern. Wählen Sie den gewünschten Reifen aus und passen Sie dann die Größe an.
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